Ein hochkarätiges Event der Klaviermusik ist die Verleihung des Steinway Förderpreises Klassik OWL 2017 gewesen. Die Veranstaltung zur Förderung besonders begabter Studierender fand zum ersten Mal im Pianohaus Micke in Neubeckum statt. Bei dem Wettbewerb bewiesen die fünf jungen Pianisten, die in die Endauswahl gekommen waren und allesamt an der Hochschule für Musik in Detmold studieren, sehr hohes künstlerisches Niveau.

Gespannt wartete das Publikum im Anschluss auf die Bewertung der mit renommierten Professoren besetzten Jury. Die Kandidaten für den ersten und zweiten Preis waren in ihrer Leistung etwa gleichwertig, wie Prof. Peter von Wienhardt (Musikhochschule Münster) als Sprecher der Jury betonte. Der mit 1000 Euro dotierte erste Preis – das Geld hatten Frölich, Habrock & Partner (Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, Beckum) gestiftet – wurde an Ken Marius Mordau vergeben, der zuvor mit der Virtuosität von Chopins Scherzo Nr. 4 E-Dur und den impressionistisch oszillierenden Klangfarben von Maurice Ravels „Ondine“ die Zuhörer verzaubert hatte.

Den zweiten Preis (500 Euro) erhielt Alexandre Chenorkian, der zwei Sonaten von Domenico Scarlatti mit spritziger Eleganz gezeichnet und Robert Schumanns introvertiertes Spätwerk „Gesänge der Frühe“, an das sich wegen seiner Komplexität auch arrivierte Pianisten kaum heranwagen, überzeugend interpretiert hatte. Der dritte Preis (250 Euro) wurde an Yechin Hwang verliehen, die Joseph Haydns frische Sonate Nr. 31 E-Dur in ihrer heiteren Eleganz zu einem kleinen Juwel gestaltete. Zudem bot sie zwei Fantasien von Johannes Brahms feinsinnig dar – deren Charakter entsprechend, die eine mit dramatischem Pathos, die andere als lyrische Träumerei – und ließ ihr Vorspiel in eine rasante Toccata des Zeitgenossen Lowell Liebermann münden.
Doch auch die beiden übrigen Teilnehmer des Wettbewerbs gingen nicht leer aus, sie erhielten als Anerkennung einen Publikumspreis. Das war zum einen Dominik Stadler, der Ludwig van Beethovens Sonate e-Moll op. 90 in ihrer elegischen Stimmung überzeugend dargeboten und mit der Konzertetüde in Des-Dur „Un sospiro“ von Franz Liszt erhebliches virtuoses Potenzial offenbart hatte. Zum anderen Sunhyun Park, der drei Klavierstücke aus Opus 118 von Johannes Brahms in ausdrucksstarken Interpretationen vorgestellt und bei der PaganiniEtüde „La campanella“ seiner ungeheuren Virtuosität freien Lauf gelassen hatte. Dr. Hugo A. Braun

Quelle: Die Glocke – 14.11.2017

 

Die Preisträger des STEINWAY FÖRDERPREISES OSTWESTFALEN 2017

1. Preisträger: Ken Marius Mordau

2. Preisträger/In: Alexandre Chenorkian

3. Preisträger: Yechin Hwang